[E]lektroJung[E]

Digitales Tagebuch / 2004 - ?

Wasserstandsmeldungen

Ich habe vor Kurzem ein wenig überlegt, was dieses Blog so werden könnte, ob ich wieder mehr Alltagsdinge schreiben soll, etwas mehr politisches Zeug, oder doch mehr Gefühlskram. Wirklich eine Antwort habe ich darüber jetzt nicht gefunden, wahrscheinlich finde ich wie so oft in den letzten Jahren keine Antwort und schreibe doch wieder alle paar Wochen einen Eintrag hier und zack gibt’s das Blog 20 Jahre. Schön wäre es auf jeden Fall.
Ich versuche mich mal ein bisschen an mehreren Dingen.

Yoga

Ich habe das letzte halbe Jahr in Herrenberg ja wieder regelmäßig Yoga gemacht und war im April und März hier in Seattle schon auf der Suche nach einem Yogastudio. Irgendwie war das nicht so einfach. Ich war ein paar Mal bei einem ganz netten Yogi, der dann aber doch mehr esoterisch war, wobei das nicht das Problem war. Sondern eher, dass die Stunden wirklich zu 60% Meditation war, und sonst eher auf Atemübungen beruhten. Das ist tatsächlich anstrengender als es klingt, aber ich habe Yoga auch immer deshalb gemacht, weil meine Rückenschmerzen damit weniger wurden. Hier in Seattle wird Yoga sehr fitnessorierntiert betrieben, was ich auch wieder nicht so doll finde. Als Extrem gibt es dann “Hot Yoga”, bei dem der Raum auf über 30 Grad erhitzt wird und man sich einen abschwitzt. Auch nicht ganz das, was ich wollte.
Ich bin jetzt jedenfalls bei Home Yoga gelandet, bei dem es eine Mischung aus Hatha- und Flow-Yoga gibt. Die 3 Lehrerinnen, die ich bisher hatte, waren alle nett, die Menschen sind ziemlich normal und je nach Tageszeit, ist der Männeranteil zwischen 0 und 40%. Nachdem ich 2 Mal dort war, habe ich jetzt zwei Wochen nur daheim Yoga für mich gemacht und letzte Woche hier im Seattle Center, unter der Space Needle, wo es im Sommer kostenloses Yoga mit einer der Lehrerinnen von Home Yoga gibt.
Mein Rücken mag es, und unser Wohnzimmer ist so groß, dass ich genug Platz für alles habe.
So langsam werde ich auch besser, ich habe heute 30s den Krieger 3 gemacht.

Stress und Arbeit

Mein erst im September gewachsenes Team gehört nun zu einem neuen Team, mit einer echt ambitionierten Timeline und wow, viel, viel neuem Kram.
Mich hat das ganze auf dem Falschen Fuß erwischt. Ich hab auf das neue Zeug echt “Bock”, habe meinen Platz im Team aber noch nicht gefunden und mich stresst das ziemlich. Ich merke, dass ich mich nicht gut genug fortgebildet habe 2015 und jetzt muss ich mich anstrengen. Dazu noch Überstunden. Aber ich kriege das hin. Gut, dass ich Yoga mache.

Laufen

Ich gehe wieder 2x die Woche Laufen. Zuerst nur 2 Meilen, jetzt schon 3 (knapp 5km). Zusammen mit A. und C. auf dem Campus. Wir arbeiten kaum noch zusammen (siehe oben), da ist es schön zusammen was zu machen. Und wenn es nur Laufen ist. Mal sehen ob ich kommende Woche die 5 Meilen knacken kann.

Pro LGBTQ*

Den folgenden Text haben Cori und ich schon in unserem Seattle-Blog veröffentlicht, ich dachte aber, dass ich das alles doch zu wichtig finde, um es nicht auch hier zu posten. Die ganze Sache mit Orlando ging und geht mir schwer unter die Haut.

😢

 

Am 12. Juni 2016 starben in einem Nachtclub in Orlando, Florida 49 Menschen durch die Hand eines mit Hass erfüllten Mannes. Er kam schwer bewaffnet, bahnte sich einen Weg in den Club und ermordete, verletzte und traumatisierte die dort feiernden Menschen.

Es war nicht nur ein Nachtclub. Es war ein Club für Menschen aus der LGBTQ* Community. Ein Ort, an dem Menschen aller Orientierung nicht nur feiern gehen können, sondern sich SICHER fühlen können. Der Club in Orlando war vielleicht so etwas wie eine “Heimat” für alle, die sich an anderen Orten sonst verstellen und verstecken müssen.

Wir halten dieses schreckliche Ereignis nun auch in unserem Blog fest. Nicht, weil es noch mehr Worte bedarf, sondern weil wir finden, dass es dazu gehört. Weil es zu uns gehört. Zu unseren Freunden, unseren Familien, unserer Welt.
Wir schreiben in unserem Blog oft von den schönen Dingen, die wir hier erleben. Schmerzhaftes gehört aber eben auch dazu.

Wieso das so wichtig ist, zeigt das Zitat einer ehemaligen Kommilitonin von Benny aus Tübingen auf Facebook:

“Weil ich nicht einfach so mit meiner Freundin in der Öffentlichkeit Händchen halten kann.”

Das sollte so einfach nicht sein.

Die “Goth”-Szene hat eine relativ große Überschneidung mit der LQBTQ-Szene.  Wir beide sind regelmäßig auf der CSD-Demo in Stuttgart mitgelaufen, wir waren erst letzte Woche zu Corinnas Geburtstag auf ein Bier in einer von Seattles ältesten Gasbars, in Grufticlubs tummeln sich Menschen aller Art usw. Wir sind also auch Teil dieser Welt. Wir kennen und lieben Menschen, die sich selbst und ihre Liebsten in Gefahr begeben, einfach weil sie so sind wie sie sind.

Wir schlafen beide seit Sonntag schlecht und wir haben Freunde, die seit dem Vorfall in Orlando kein Auge zugedrückt haben und einfach nur irgendwie funktionieren.

Wir haben sowohl in Deutschland als auch hier in Amerika Freunde und Herzmenschen, die zu dieser Gruppe gehören und wir fühlen mit Euch! Die Nachrichten sind furchtbar und erschütternd. Facebook, Twitter, die Zeitungen sind voll mit Nachrichten und Bildern dieses schrecklichen Ereignisses. Angehörige suchen ihre Kinder/ Freunde/ Partner/ …, man sucht nach einer Begründung für das Morden, die Waffenregulierung in den USA kommt wieder ins Gespräch, religiöse Themen werden aufgerollt, usw. und was am Ende bleibt ist der Schmerz.

Und die Liebe.

In Seattle haben sich am Sonntag Abend tausende Menschen in einem Park versammelt, um ihre Unterstützung und Anteilnahme zu zeigen, die Space Needle hat die Regenbogenflagge auf Halbmast gehisst und Freunde haben sich getroffen um sich in den Arm zu nehmen. Über die ganze Welt haben Menschen sich unterstützend und voller Anteilnahme zu Wort gemeldet, haben Fotos ins Netz gestellt und ihre Hilfe angeboten. In Orlando haben sich so viele freiwillige Blutspender gefunden, dass die Leute in endlos langen Schlangen vor den Blutspendezentralen warten mussten. Fastende Muslime haben Blut gegeben, wissend, dass sie bis zum Einbruch der Dunkelheit nichts trinken und essen können werden. Menschen aller Hautfarbe, Glaubensrichtung und sonstiger Orientierung kamen zusammen um zu helfen und den hasserfüllten Menschen dieser Welt zu zeigen, dass sie keine Macht über sie haben. Dass jeder Mensch Liebe und Sicherheit verdient hat. Dass Hass keine Chance haben darf, weil Gewalt nur zu mehr Gewalt führt.

Wir denken an die Betroffenen und umarmen all unsere Herzmenschen! 

Wir feiern mit unseren Freunden den Pride Month, der in den USA im Juni gefeiert wird und freuen uns auf die Pride Parade (der amerikanische Christopher Street Day).

Setzt ein Zeichen und macht die Welt zu einem sicheren Ort für ALLE! 

image

*LGBTQ = Lesbian / Gay / Bisexual / Transgender / Queer. Einfach alle Menschen, die mit ihrer sexuellen Orientierung und/oder Geschlechtsidentität nicht in die “klassische Form” (Mann-Frau) passen

Geschäftigkeit und weitere Merkwürdigkeiten.

Ich sitze in Stuttgart, draußen hat es sommerliche 26 Grad und hinter mir liegen 8000 Kilometer im Flieger, ein Smoothie in Reykjavik, eine Autofahrt von Frankfurt, 3 Behördengänge, Abende mit Tränen in den Augen vor lachen, viel Orgakram, etwa 2 stressige Stunden pro Tag, eine Nicht-Polter-Polter-Feier und eine Hochzeit.

Zur Hochzeit wird es einen eigenen Beitrag geben. Doch dazu muss ich erst mal ein wenig das Erlebte sacken lassen. Es war jedenfalls grandios. =)

Was jetzt folgt ist Urlaub, Belohnung für die letzten, sehr anstrengenden Wochen auf der Arbeit und ein Geschenk an Corinna und mich.

Ich wachte nachtürlich viel zu früh auf – um halb 7 – , gegen 9 saßen wir in der Küche, tranken Saft und bereiteten den Tag vor.

Es galt Behördengänge zu erledigen, Kleidung in die Wäscherei zu bringen und bei Sonnenschein eine Brezel und eine Mohnschnecke zu essen. Nach einem Mittagessen in der Rosenau sitze ich auf dem Sofa meiner Schwiegerfamilie und schreibe Tagebuch sowie diesen Blogpost.

Es war geschäftig und entspannt, die Sonne schien und Deutschland war als wäre ich nie weg gewesen, ein wenig. Gleichzeitig fehlt mir die Katze. Das Meer. Seattle. Es ist nach einem dreiviertel Jahr schon meine Heimat. Seit ich mich gestern von meinen Eltern verabschiedet habe, fehlt mir auch das 1. Mal meine Familie ein bisschen. Und bald muss ich mich von Freunden verabschieden, von anderen habe ich das schon getan. Sie fehlen mir auch. Herrje, werde ich sentimental?!

Ich bin glücklich, mit einer Prise Merkwürdigkeit, weil ich meine Eltern und Freunde mir jetzt schon fehlen. Das ergibt jetzt nicht wirklich Sinn, oder?!

 

Jahrestage

Hui, jetzt im März hat sich so einiges gejährt. Also erst mal anstoßen. 🎉🍻🍻 Ja, auch die Frau und ich hatten unser Kennenlernen und den Beziehungsbeginn vor mehr als einem Jahr. Nun fort vom schlechten Wortwitz, hin zum „ernsthaften“ Jahrestag.

Nicht, dass wir nicht schön gefeiert hätten. Das haben wir, wir waren lecker Essen, und auch jetzt am Montag war unsere Datenight doch etwas besonderes. Cori hatte nur gesagt, dass sie eine Überraschung geplant hat. Diese war dann das erste „Folio“ von Shakespeare.Etwas vereinfacht das erste Buch mit Shakespeares gesammelten Theaterstücken. Es war herrlicher Bücherporn. <3

Weitere Jahrestage sind das 12jährige Bestehen meines Blogs, 2004 habe ich auf Blogspot angefangen und bin dann 2009 zu meiner eigenen WordPress-Installation umgezogen. Auch ne ganze Weile.

Im Zuge von Corinnas und meines Jahrestages rückt natürlich die Hochzeit im Mai immer näher – etwas, das ich bisher kaum erwähnt habe – mal sehen, vielleicht blogge ich da mal noch separat drüber. Zu sagen gäbe es nämlich eine Menge, zum Beispiel organisatorisches, wie auch romantisches. Ein großes Freuden- und Hach-Thema jedenfalls. <3 Und auch das natürlichste, logischste der Welt.

Vor einem Jahr, im März 2015, war ich auch das erste Mal in Seattle, und jetzt, da wir hier wohnen, ist es sehr verrückt. Ich erinnere mich noch gut, wie wir mit dem Team von der Arbyte über die Freemont Bridge geradelt sind, am Gasworks Park halt machten und dann die Fahrräder abgaben. Gestern bin ich nach Freemont zur Brewery gefahren um mit Cori dort ein Bier zu trinken.

Vor einem Jahr auch war ich das erste Mal in Reutlingen bei Steffi zum Tätowieren – die übrigens gerade in Rio zu Gast ist. Im März 2015 war ich auch bei Super Genius Tattoo hier in Seattle um mir mein „Glaube Liebe Hoffnung“-Tattoo machen zu lassen. Und letztes Wochenende ließen Cori und ich uns hier  tätowieren. Auch was für einen anderen Blogpost.

Heute jedenfalls fuhr ich mit dem Bus über den Lage Washington, der Himmel war strahlend blau, es war warm (18 Grad) und man konnte den Mount Ranier toll sehen. Sehr genau so, wie im März 2015. Nur eben ganz anders. Schön anders.

You get what you pay for – der Rant zum WGT 2016

Dieses Jahr kostet das Wave-Gotik-Treffen stolze 120 Euro. Früher ™, ich glaube 2003, waren es mal 55 Euro. Dann etwas über 70 und letztes Jahr dann 99 Euro oder sowas. Ich dachte zuerst „Hui“, 20 Euro mehr dieses Jahr ist nicht wenig. Dann hab ich mal kurz überlegt, was sonst so Konzerte kosten. Mein Stand von 2015 in Deutschland war so bei „30 Euro für ne durschnittliche Metal/Goth-Kapelle, 50 Euro für was sehr bekanntes und um 90 Euro für Megastars“. Okay, es soll ja auch Bands geben, die pro Auftritt 120 Euro verlangen. Dagegen sind 120 Euro für ein fünftägiges Festival (4 Tage plus Anreisetag) eher Kleingeld. Selbst 168 Euro für Wacken (3 Tage offiziell plus 1 Anreisetag) sehen dagegen noch recht vernünftig aus.

Und was machen „die Gruftis“? Sie schreien es sei zu viel, Zeter und Mordio auf Facebook.

Aber es kommt noch besser. Es ist Jubiläumsjahr. Und als Besonderheit hat sich das WGT-Team ausgedacht allen Besuchern 4h Achterbahnfahren im örtlichen Vergnügungspark zu schenken. Auch da: Zeter und Mordio.

Wie können die nur?! Und Gruftis und Achterbahnen, geht ja gar nicht?!

Im Ernst: wie peinlich.

Ich sage nicht, dass es nicht ein finanzieller Kraftakt ist für 120 Euro auf’s WGT zu fahren. Für mich war es das bis vor ein paar Jahren auch, bei einer Karte, die 70 Euro gekostet hat. Dieses Jahr muss man halt nen 20er mehr für das Ticket ausgeben und 4 Bier weniger trinken. Und dafür eine Veranstaltung unterstützen, die es so nirgends auf der Welt gibt.

WE ARE GOTH und das kann „uns“ ja wohl mal was wert sein. Und leider, leider, leider leben wir nicht auf dem Ponyhof, wo die Versicherung einer Großveranstaltung, die Gage bzw. Spesen für Bands, die Miete von Locations, der Lohn für Helfer, Security und Techniker sinkt. Entschuldigt, aber ich kann da nicht ganz ohne Sarkasmus bleiben. Über eine sterbende Szene jammern, aber selbst nix tun. Es erwartet ja niemand, dass ihr selbst Festivals organisiert, oder Parties, oder was der Henker. Seid doch froh, dass es so eine komfortable Möglichkeit gibt, die Szene am Leben zu erhalten.

You get what you pay for! Und wenn man nix zahlt gibt es auch nix. Das ist sie dann, die tote Szene. Fragt mal die ganzen Partyveranstalter aus Stuttgart, wieso es nicht mehr 10-12 Partys pro Monat im Großraum gibt – wie früher(tm), so 2006 –, sonder so etwa 5 oder 6. Genau, 6 Euro Eintritt sind halt zu viel, da wird der DJ doch reich und ich werd arm.

Final nur ein kurzes Wort zur Achterbahn.

Es muss auch nicht jede_r Achterbahnfahren toll finden, oder Freizeitparks. Meine eigene, kleine Filterbubble der Goth-Szene fuhr jedenfalls durchweg gerne Achterbahn. Wieso also nicht?! Herrje, Stock aus dem Arsch und weitermachen. Ihr müsst da ja nicht hin! Geht ihr halt auf eine der 10 anderen Partys an dem Abend, oder trinkt Met auf dem Heidnischen Dorf oder auf dem Zeltplatz mit der Familie. Blos nix neues, gelle?! Das mit den Cybermenschen hat ja auch nicht lang gehalten, oder den Pikes oder…oh, wait.

Ich freu mich auf’s WGT 2016. Hier, auf der anderen Seite des Teiches gibt es Menschen, die daführ Jahre sparen und alle in Europa beneiden. Außer 1-2 kleinen Festivals (ich rede von ein paar hundert Besuchern) gibt es hier nämlich keine größeren Goth-Events, die sind alle vor 20 Jahren gestorben. Wieso? „Zu teuer“.

12

Mein Blog ist die Tage 12 geworden und ich hab es vollkommen verpasst.

12 Jahre und ich schreib immer noch. Menschenskinder!

Allen, die hier lesen ein dickes Danke, ein „hach“ und <3!

Euer

Benny/Benjamin/Elektrojunge

Always at home, forever at sea.

Always at home, forever at sea …

So lautet das Motto der Octopus Bar, in der Corinna und ich kürzlich waren. Eine sehr coole Bar in jedem Fall und sowohl Cori als auch ich sind sehr in diesen Ort verliebt. Ihr solltet wirklich den Link klicken und die Legende des Oktopusses lesen. Aber darum soll es jetzt nicht gehen.
Sondern viel mehr darum, dass ich immer wieder an den Spruch denken muss. Weil er jetzt, da ich “weg von zuhause” wohne, natürlich immer wieder über dieses “Zuhause” nachdenke.
Ich fühle mich hier, in diesem “fremden Land” sehr zuhause. Ich benutze das Navi eigentlich nur mehr um zu entscheiden welchen der 2–3 mir bekannten Wege von A nach B ich benutze, oder um den Stau zu umgehen, nicht mehr, um an’s Ziel zu kommen.
Ich denke weniger darüber nach, wie ich meine Getränke bestelle, was ich zu meinen Kollegen sage. Nur träumen tu ich immer noch auf Deutsch. Was sicher auch damit zu tun hat, dass ich eben mit Cori Deutsch spreche.
„Zuhause“ ist also Sprache.
Zuhause ist ein Ort zum Wohlfühlen.
Zuhause sind andere Menschen.

Ein paar nette Menschen gibt es hier schon und wenn ich bzw. wir es nicht versemmeln werden sie auch Freunde werden. Da ist er dann aber, der einzige Moment, an dem das “alte” Zuhause manchmal fehlt. Menschen. Zum Glück gibt es das Internet und Facebook, und Skype – das ich viel zu wenig nutze um meine Freunde in Deutschland zu sehen – aber manchmal wäre eine Umarmung, ein Kuss oder ein Blick doch ganz nett.
Dennoch, dieses “zu Hause” ist weniger ein Ort, sonder eher eine Lebens- oder Denkweise, “mind set” sagt man auf Englisch. Gerade in Zeiten, in denen ich aus Deutschland oder auch hier in den USA sehr viel Beunruhigendes lese und sehe, wird mir das noch mehr bewusst:
Ich bin dort zuhause, wo ich mich entscheide zu leben, wo Menschen sind, die ich mag, wo die Natur so ist, wie ich mag, wo ich mich ausdrücken kann,… nicht dort, wo ich geboren bin.

Ich bin überall da zuhause, wo ich Freunde habe. Also überall. Always at home.
Wenn ich Menschen sehe, die nichts an dem, wer sie sind, was sie tun, wie sie leben, sie erleben oder was sehen, ändern möchten, wird mir klar, dass ich anders bin.
Nicht, dass ich alles (mich eingeschlossen), ändern möchte. Nein, nein. Ich finde, dass es immer etwas “anders” oder “besser” zu machen gibt. Und wenn nicht bei mir, dann bei anderen. Und wenn ich mich nicht verändere, wird es die Welt um mich herum sein, die sich verändert. Noch ein Grund mehr nicht stehen zu bleiben. Forever at sea.

Always at home, forever at sea. Ich mag den Spruch.

Mittwoch

Es ist Mittwochabend, kurz for neun, es regnet. Nicht in Strömen, aber doch so, dass ich ein wenig bereue, statt eines Regenschirms meine Schirmmütze aufgesetzt zu haben. Ich laufe nur 10min zu Fuß nach Hause, deshalb ist es nicht schlimm.
Ich laufe am Denny Park entlang. Einem kleinen Flecken Grün, mit großen Bäumen, Sträuchern, einfachen Pflanzungen, einem Brunnen und ein bisschen Wiese. So, wie man eben kleine Grünflächen in deutschen Großstädten wie Berlin oder München auch findet. In Stuttgart gibt es davon ja eher zu wenige, aber naja.
Du stehst am Rand des Parks, neben der großen Straße und ich sehe dich schon von Weitem. Du bist vielleicht Ende 60, trägst einen schwarzen Mantel und ein schwarzes Tuch schützt deinen Kopf nur mehr schlecht als Recht vor Regen. Kurz halte ich dich für einen der armen, oft obdachlosen und manchmal (w)irren Menschen, die hier ab und an an Kreuzungen stehen. Doch dann sehe ich, dass deine Kleidung teuer und deine Frisur akkurat ist. Du trägst dezentes, teuer aussehendes Make-up. In deiner Hand hältst du eine einzelne, in noch nicht durchgeweichtes Papier gewickelte, rote Rose. Sie ist ganz frisch und nur wenige Wassertropen sind auf den Blütenblättern zu sehen.
Hast du sie bekommen und bringt du sie jemandem mit? Hast du deinen Regenschirm vergessen, oder genießt du vielleicht den Regen?
Ich laufe an dir vorbei und hoffe, dass du einen schönen Abend hast.

Geräusche

Ich sitze auf der Couch und horche. In der Küche werden Zwiebeln geschält. Im Wohnzimmer läuft Frozen. Kastanien werden geschält. Klackklackklack, Häckelgeräusche. Ich blättere im 8. Band des Sandmans um, nippe am Rotwein – Cannstatter Zuckerle.
Ich spüre das Echo von 2015 und die ersten Klänge von 2016 Mischen sich auch schon rein. Was für ein Song! Was für ein Jahr! Vielleicht gibt es noch einen Recap-Post, mal sehen.
Nochmal ein Schluck Rotwein. Gerade habe ich das erste Mal seit ewig eine Esskastanie gegessen. Ich kann es mir nicht anders vorstellen, dieser Moment jetzt, eine Mischung aus den verrückten, vergangenen Momenten, die letztendlich eine Folge von allem Erlebten davor sind, dem Jetzt und dann allem, was 2016 für mich bereit halten wird.

Eben einer dieser Momente zum Durchatmen. Das nennt man wohl Besinnlichkeit. =)

Schöne Feiertage/Weihnachten euch allen. Genießt es. Wir lesen, sehen, hören oder treffen uns hoffentlich bald.
<3
Euer
Benjamin

PS: das neue Album von ASP ist der Hammer. Und sehr passend, auch wenn ich das Gefühl habe, dass ich ein paar Kapitel weiter bin als das Album. =)

A never ending story

Okay, diese Woche schreibe ich wieder etwas auf Englisch. Allerdings habe ich beschlossen einfach zwei Posts in einen zu Packen. Zum einen, weil ich denke, dass mein Blog nach wie vor auf Deutsch sein sollte, und zum anderen will ich einfach auch mal keinen englischen Post schreiben.

Mich beschäftigt immer noch die Tatsache, dass ich hier bin sehr, klar, ist ja auch ne krasse Veränderung. Aber irgendwie soll das ja kein Auswanderungsblog werden. Hm. Und ein bisschen mehr Quatsch würde diesem Blog gut tun. Deshalb gibt es einfach zwei Videos als deutschen Post. Früher™ hatte ich ja auch immer mal ein Video hier. Also auf geht’s. Das erste ist einfach ein Crosspost von Corinnas Instagram von mir in einem Tomatenkostüm. Das zweite ist ein Video aus dem wunderschönen Century Ballroom in Seattle, den Corinna und ich zufällig entdeckt haven und das Dritte ist der Trailer zum neuen Teil einer der besten Videospielereihen aller Zeiten.

 

„This red and green onesie pajama is going to make you one adorable walking vegetable. Tomato Kigurumi is just meant for you if you are a fun lover. Laugh hard and spread it to the others as well. Wear it, walk around with it, take pictures and get insane. What is the point of living life as a boring human? Be a tomato for once and leave out all the rest. With a Tomato Kigurumi available at home, you will always have a way to keep your loved ones in smiles, especially kids. Wear it and go outdoors if you dare to get really insane. Spreading laughter is not a crime. Buy a special Tomato Kigurumi kit today. Its is machine washable, and it is warm and fluffy perfect for snuggling.“ 🍅😂 #abenteuerseattle #seattle #fun #funny #laughsohardithurts #tomato #costume #onesie #onesietomatotime #halloween #halloweeniscoming #laughing #nerdy #kawaii #red #green #tomatofun #bestvideooftheday #instavideo #funniestvideoever #happy #happypeople #guyswithbluehair #guyswithtomatoonesies #tomatoesdoitbetter #healthy #foodporn

A video posted by Deadcooky (@deadcooky) on


 

This week, I have only another, rather quick observation about the U.S. on my list. In contrast to the United Kingdom, the English language is rather obsessed with hygiene. People will go to great lengths to not use foul language. And by foul, I don’t mean swearwords, but words that are associated with byproducts of the human body. Oh, I did the whole thing just myself. I avoided the word urine. Oh and faeces. Even these two pretty technical, neutral terms are avoided by most Americans.
Another example is the word „period“. Which is even worse as it has two taboo words associated to it: a) it’s something „dirty“ b) female sexuality (which is actually part of human biology and I’m not really talking about sex at all).  And let’s just not get into talking about how Americans avoid talking about sex at all.

 

It’s just one of the very, very weird things over here and I just don’t buy the whole „founded by puritans“-story.

« Ältere Beiträge

© 2016 [E]lektroJung[E]

Theme von Anders NorénHoch ↑