Ich und der Apfel – Der Sündenfall und so

Jetzt schreibe ich es also wirklich. Mein Erfahrungsbericht über den Apfelrechner. Ewig angekündigt und dann immer wieder verschoben.

Ich habe ja bestimmt 6 Wochen lang recherchiert, überlegt, wieder überlegt und wieder Tests und Reviews gelesen. Und irgendwann Ende August dann ein MacBook Pro mit Intel i7 Prozessor gekauft. Als Ausstellungsmodel und mit dem Wissen in der Hand, dass bei einem direkten Konkurrenten der Preis recht niedrig (relativ gesehen natürlich) war konnte ich immerhin 400,- Preisnachlass raushandeln. Auch gut. Trotzdem viel Holz für ein Laptop. Dabei mag ich Apple und seine Einstellung gegenüber Entwicklern, Konsumenten, Firmen und ach überhaupt, ICH WILL DOCH KEIN MACBOOK kaufen!

So, technische Details und Tests könnt ihr woanders lesen, ich schreibe einen kurzen, subjektiven Erfahrungsbericht, nicht mehr und nicht weniger.

Wofür das Ding?

  • Anwendungsentwicklung, Programmierung, Texte schreiben, Präsentationen erstellen und halten, surfen, zocken (ja auch dafür!). Dafür. Und das alles bei einer Laufzeit über 5 Stunden und tragbar sollte das Ding auch noch sein, sowie ein höher auflösendes Display haben (mind. 1400 in der Horizontalen bei 15 Zoll Bildschirmgröße).

Und wie ist es nun so?

  • Ich hatte zuerst ja Bedenken wegen Mac OS X, aber ich muss sagen, nach 2-3 Tagen möchte ich nicht mehr mit ctrl + c kopieren, sondern kopiere mit cmd + v. Der einzige wirklich nervige Aspekt der Bedienung des Apfelbuchs ist die meiner Meinung nach nicht sonderlich praktische Position der geschweiften Klammern, die man als Programmierer doch etwas öfter benötigt. Ansonsten ist die Bedienung des Betriebssystems einfach nur intuitiv und gut.
  • Wenn man Linux mag, dann ist das Terminal echt ein super Werkzeug. Wirklich.
  • Die Laufzeit hängt natürlich von der Nutzung ab. Mit Schreiben, Surfen und ab und an einem Video im Web komme ich auf um die 6-7 Stunden. Beim Entwickeln mit Eclipse und diversen Servern im Hintergrund sind mindestens 5 Stunden drin. WLAN, Infrarot und die Tastenbeleuchtung ist dabei an und wird automatisch geregelt. Beim reinen Filmschauen von DVD komme ich auf etwas über 6 Stunden. Beim Zocken unter Windows  7 bin ich bei um 3 Stunden geblieben, allerdings habe ich das nur 2 Mal gemacht.
  • Die autmoatische Anpassung von Tastatur- und Bildschirmhelligkeit ist im Übrigen super, man muss schlicht einfach nicht darauf achten. Um die Akkulaufzeit zu erhöhen habe ich bisher noch nie die Helligkeit angepasst.
  • Mitschleppen musste ich das Macbook schon mehrfach, ist mit 2,4kg nicht gerade das leichteste Gerät, aber für ein 15 Zoll Laptop doch nicht schlecht. Im Vergleich mit meinem 3kg Thinkpad-Prügel jedenfalls finde ich es wirklich leicht und auch bemerkenswert dünn. Etwas relativiert sich das in der Praxis durch die Schutzhülle, die ich dafür gekauft habe und das Macbook wieder auf 3cm Dicke bringt, aber die müsste ich ja auch nicht benutzen.
  • Die Auflösung von 1440×900 Pixeln war ein Grund das Laptop zu kaufen. Zunächst wollte ich die höhere Auflösung wählen, als Entwickler kann man nie genug Platz für seine IDE haben. Allerdings habe ich mich dann aus Gründen der Ergonomie dagegen entschieden. Der Grund ist, dass ich das Laptop ja auch als Desktop-Ersatz nutzen, also sehr viel davor sitze und gerade Texte und Programmcode sind mit der hohen Auflösung von 1680 Pixeln in der Breite einfach zu klein. Aus diesem Grund, sowie aufgrund der geringen Akkulaufzeiten, sind die ganzen Consumer-Geräte gleich von vornherein rausgeflogen.
  • Die Tastatur ist im Grunde über jeden Zweifel erhaben, es ist allerdings aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Apple-Tastatur handeln etwas Umgewöhnung nötig. Hatte ich ja bereits erwähnt.
  • Das Multitouchpad ist einfach der Hammer. Die Gesten sind, wenn man sie mal benutzt hat, wirklich hilfreich, eine Maus benutze ich nur noch zum Zocken, selbst wenn sie angeschlossen neben dem Laptop liegt.
  • Zocken tu ich auf dem Ding ja auch. Allerdings unter Windows 7, das ich per Bootcamp installiert habe. Die Performance ist super, allerdings bin ich kein hardcore Spieler, sondern zocke halt gerne Rollenspiele. Derzeit ist es „Dragon Age:Origins“, das in der maximalen Detailstufe läuft und nicht ein Stück ruckelt. Mal sehen, vielleicht komme ich mal dazu Crysis zu installieren, dann können wir ja sehen, allerdings ist der Grafikchip sicherlich kein High-End-Notebook-Grafikchip, sondern gute Mittelklasse.
  • Wo ich gerade Bootcamp erwähne: die Installation von Windows ist so leicht, dass ich davon behaupten würde, dass sie so narrensicher abläuft und beschrieben ist, dass man kaum was falsch machen kann, solange man die Doku bzw. die Anweisungen liest.
  • Die harte Kante an der Vorderseite nervt bei längerem Tippen doch ziemlich, besonders wenn man nur kurze Ärmel hat.
  • Ich habe das Spiegeldisplay, da es das matte Display nur mit der höheren Auflösung gibt und es nochmals X,- € extra kostet. Durch das sehr helle Display sind Reflexionen im Grunde relativ gut verhinderbar, allerdings sind sie dennoch vorhanden. Wer da etwas empfindlich ist sollte da vielleicht mal einen Feldversuch mit dem Macbook eines Freundes wagen. Ich habe aber den Eindruck, dass das Display an sich weniger spiegelt als zum Beispiel das Display meines alten Samsung Laptops.
  • Die USB-Ports sind sicherlich zu wenig, 2 Stück. Ich habe bisher keine Probleme bekommen, allerdings ist denkbar, dass der eine oder andere Nutzer vielleicht eine portable Festplatte nutzen möchte, die 2 USB-Ports braucht. Die Ports wären also belegt und UMTS-Sticks o.ä. müssten warten, bis man die Platte nicht mehr benötigt.
  • Das CD-Laufwerk ist relativ laut, zumindest nach meinem Empfinden und im Vergleich zu den beiden anderen Geräten, die ich zum Vergleich habe (mein Thinkpad von der Arbeit und Ninas Acer Notebook) sind definitiv leiser.
  • Warm wird das Gerät selbst bei dauernder Belastung (zocken unter Windows) nicht besonders. Natürlich wird es auf der linken Seite warm (dort sitzt wohl der Prozessor und die Grafikkarte), allerdings haben sich bisher alle anderen Notebooks, die ich besessen habe, wesentlich stärker erwärmt.
  • Softwareseitig ist das Angebot verglichen mit einem Windows Rechner eingeschränkter und häufig findet man nur kostenpflichtige Software (zum Beispiel für eine Software-Firewall). Allerdings habe ich das Gefühl – und hier bediene ich Stereotype -, dass siche die Entwickler der Software mehr Gedanken über die UI machen und die Software generell einem höheren Qualitätsstandard entspricht.
  • Adapter sind ein leidiges Thema. Das Macbook nutzt einen Mini-DVI Anschluss für Monitore. Adapter liegen nicht bei, kosten ein Schweinegeld und werden bisher kaum von anderen, günstigen Herstellern angeboten. Einfach nur frech.
  • Das „office Paket“ von Apple, iWork ist sicherlich in einigen Bereichen MS Office unterlegen, allerdings muss ich sagen, dass die Handhabung sehr gut ist und man mit Keynote einfach wesentlich schickere Präsentationen machen kann. Dumm nur, dass das Ding auch wieder Geld kostet.
  • Die Entwicklung für iOS ist möglich. Für Otto Normalverbraucher sicherlich egal, für mich zumindest nicht unwichtig.

Letztendlich kann ich für mich nur sagen, dass sich der Kauf des Macbook Pro 15 i7 für mich gelohnt hat. Meiner Meinung ist das Gerät fast ohne Konkurrenz, vielleicht noch am Ehesten das HP Envy 15. Geräte mit vergleichbarer Leistung sind meist schwerer, halten ohne Steckdose nicht so lange durch oder haben sonst einen Nachteil. Von Sony und Toshiba gibt es ebenfalls noch sehr leistungsfähige Geräte, die sicherlich in der gleichen Preisregion liegen, ich habe mich dann für das Macbook entschieden, da man damit auch für das iOS entwickeln kann, und billiger wären die am ehesten als Konkurrenten zu bezeichnenden Geräte eben auch nicht gewesen.

1 thought on “Ich und der Apfel – Der Sündenfall und so

  1. jaja, die geschweiften Klammern.

    Wer programmieren will sollte sich eh besser an eine US-Tastatur setzen.
    Die Umlaute gibt es dort dann mit ALT+U und dann u|a|e und das € Zeichen mit SHIFT+ALT+2.

    Für einen ersten Eindruck einfach mal in den Systemeinstellungen als Eingabequelle eine der US Quellen auswählen.

    Wenn man sich die Eingabequelle in der Menüleiste anzeigen lässt, kann mal relativ flott wechseln.

    mf

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