Wer bist denn du?

Frage ich mich die Tage wenn ich mich im Spiegel ansehe. Zu ungepflegt, zu müde, zu ausgebleichte Haare, zu antriebslos, zu wenig reagierend, zu wenig agierend, zu kopflos,… Ich arbeite gerade viel, zu viel, und pflege und kümmere mich zu wenig um mich. Zum Glück ist Wochenende und ich hoffe, ich kriege das mit dem “um mich selbst kümmern” auch gut hin. Ich merke nämlich so eine kleine Depriphase aufziehen und das muss doch nicht sein, gibt doch so viele schöne Dinge.

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Wie es uns mit der vox populi so geht.

(Cori hat in unserem privaten Tumblr, in dem wir über das Leben in Seattle schreiben etwas zu der Wahl und uns aufgeschrieben, hier für alle, die es interessiert)   Und das Volk hat sich für Donald Trump entschieden. Wir haben gestern Abend versucht, die politischen Diskussionen und die eintrudelnden Statistiken und Zahlen zu ignorieren. Wir haben uns dagegen entschieden, zu einer der vielen Wahlparties zu gehen und sind zu Hause geblieben, haben gekocht und Filme geschaut. Irgendwann ließ es sich dann aber doch nicht mehr vermeiden und wir haben uns die vorläufigen Ergebnisse angesehen. Zu dem Zeitpunkt stand fest, dass Hillary Clinton nicht mehr gewinnen können wird. Die Gefühle, die seit diesem Zeitpunkt und noch mehr seit der offiziellen Verkündung in uns hochkommen, sind schwer zu beschreiben. Ein bisschen fühlt es sich so an, als hätte man auf gutes Wetter für eine Gartenparty gehofft, nur um dann von einem gewaltigen Gewitter überrascht zu werden, mit dem man nie gerechnet hätte. Die Wettervorhersage sah schließlich ganz anders aus. So, wie viele der Statistiken noch gestern über den Tag. Ursprünglich gepostet von daswasverborgenbleibt Wir müssen nun anerkennen in einem Land zu leben, das tief gespalten ist. Dass mehr Menschen hier leben, die bereit sind, ihre demokratische Stimme einem Mann zu übergeben, der so viele negative Schlagzeilen im Laufe seines Lebens gemacht hat. Wir müssen damit leben, noch besser auf unsere Mitmenschen aufzupassen und sie noch besser zu unterstützen. Wir müssen damit leben, dass unsere Freunde, die eine andere Hautfarbe, Religion oder sexuelle Orientierung haben, verstört sind und sich in ihrem eigenen Land nicht willkommen und sicher fühlen. Noch mehr als zuvor. Denn der Hass und die Gewalt, die während des Wahlkampfes offen zur Schau gestellt wurden, werden nicht einfach verschwinden. Wir selber sind als weißes, verheiratetes Paar auf der, nennen wir es mal sicheren Seite. Das ist ein Privileg, dass es zu nutzen gilt. Im Sinne unserer Mitmenschen, die dieses Privileg nicht haben. Wir dürfen zwar nicht wählen, wir dürfen aber für die Rechte anderer einstehen. Auch wenn die Wahl nicht in unserem Sinne ausgegangen ist, dürfen wir nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern müssen zeigen, dass wir immer noch die selben Menschen, mit den selben moralischen und ethischen Standards sind, wie davor. Neben dem Privileg unserer Hautfarbe haben wir auch das Privileg des Standortes. Seattle ist eine Stadt, in der liberal und frei denkende Menschen leben und wählen gehen. Wenn man den Blick über die Stadtgrenzen hinaus erweitert, sieht man allerdings auch, dass es viele Bereiche in diesem Bundesstaat gibt, die unzufrieden sind und durchaus Trump unterstützt haben. Amerika muss aus dem Ergebnis dieser Wahl lernen und erkennen, was die Ursache für diese Unzufriedenheit darstellt. Bildung ist der Schlüssel. Wir müssen jetzt auch damit leben, dass Familie und Freunde uns kontaktieren, uns fragen wie es uns geht und ob/wann wir wieder zurück nach Deutschland kommen. Neben der Tatsache, dass unser Vertrauen in die menschliche Vernunft ernsthaft erschüttert ist und wir der politischen Zukunft Amerikas skeptisch entgegenblicken, geht es uns[…]

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