Zählen

Was zählt und was zähle ich? Ich zähle Tage: Tage bis zum Urlaub, Tage bis es wieder mit der Arbeit losgeht. Tage, bis das Feature X fertig sein muss. Ich zähle Stunden. Stunden bis der Arbeitstag vorüber ist. Stunden, bis der Kollegen auf der anderen Seite des Globus aufwachen. Stunden, die ich als Überstunden leiste. Stunden, die Menschen mit mir verbringen. Ich zähle Minuten, bis der Bus kommt, bis … Was wirklich zählt ist der Moment, und wie ich ihn lebe. Manchmal vergesse ich das. Dann frisst mich das Tage-, Wochen-, Stundenzählen auf. Wirklich zählt, wie ich bin und wer ich bin. Ich möchte Positivität ausstrahlen, Räume wärmer machen, Menschen zum lachen bringen oder zumindest ein wenig ihre Dunkelheit oder ihren Stress mildern, ihren Arbeitstag schöner oder produktiver machen, machen, dass es den Menschen um mich herum gut geht. Es wäre illusorisch zu glauben, dies würde immer gelingen. Manchmal liegt das schlicht nicht innerhalb meiner Möglichkeiten, manchmal trage ich bewusst oder unbewusst zu Stress oder Kummer anderer bei – sicherlich menschlich. Aber in solch dunklen Zeiten wie denen, in denen wir leben, würden  manche doch so altmodischen Werte und das Leben eben jener anderen Menschen helfen. Ich sah gestern meinen Lieblingsfilm, Forrest Gump. Und ich glaube ich mag ihn, weil er ein Film über Menschlichkeit ist. Über Freundschaft, Liebe, Familie, Offenheit, Hilfsbereitschaft und Rechtschaffenheit. Ich denke, dass ich mehr diese Dinge zählen und auf sie zählen sollte. In jedem Bereich meines Lebens. Und weniger Stunden oder Tage zählen, denn diese gehen doch viel zu oft, zu schnell vorbei.

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