Zählen

Was zählt und was zähle ich? Ich zähle Tage: Tage bis zum Urlaub, Tage bis es wieder mit der Arbeit losgeht. Tage, bis das Feature X fertig sein muss. Ich zähle Stunden. Stunden bis der Arbeitstag vorüber ist. Stunden, bis der Kollegen auf der anderen Seite des Globus aufwachen. Stunden, die ich als Überstunden leiste. Stunden, die Menschen mit mir verbringen. Ich zähle Minuten, bis der Bus kommt, bis … Was wirklich zählt ist der Moment, und wie ich ihn lebe. Manchmal vergesse ich das. Dann frisst mich das Tage-, Wochen-, Stundenzählen auf. Wirklich zählt, wie ich bin und wer ich bin. Ich möchte Positivität ausstrahlen, Räume wärmer machen, Menschen zum lachen bringen oder zumindest ein wenig ihre Dunkelheit oder ihren Stress mildern, ihren Arbeitstag schöner oder produktiver machen, machen, dass es den Menschen um mich herum gut geht. Es wäre illusorisch zu glauben, dies würde immer gelingen. Manchmal liegt das schlicht nicht innerhalb meiner Möglichkeiten, manchmal trage ich bewusst oder unbewusst zu Stress oder Kummer anderer bei – sicherlich menschlich. Aber in solch dunklen Zeiten wie denen, in denen wir leben, würden  manche doch so altmodischen Werte und das Leben eben jener anderen Menschen helfen. Ich sah gestern meinen Lieblingsfilm, Forrest Gump. Und ich glaube ich mag ihn, weil er ein Film über Menschlichkeit ist. Über Freundschaft, Liebe, Familie, Offenheit, Hilfsbereitschaft und Rechtschaffenheit. Ich denke, dass ich mehr diese Dinge zählen und auf sie zählen sollte. In jedem Bereich meines Lebens. Und weniger Stunden oder Tage zählen, denn diese gehen doch viel zu oft, zu schnell vorbei.

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Wer bist denn du?

Frage ich mich die Tage wenn ich mich im Spiegel ansehe. Zu ungepflegt, zu müde, zu ausgebleichte Haare, zu antriebslos, zu wenig reagierend, zu wenig agierend, zu kopflos,… Ich arbeite gerade viel, zu viel, und pflege und kümmere mich zu wenig um mich. Zum Glück ist Wochenende und ich hoffe, ich kriege das mit dem “um mich selbst kümmern” auch gut hin. Ich merke nämlich so eine kleine Depriphase aufziehen und das muss doch nicht sein, gibt doch so viele schöne Dinge.

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Schwarzweiß.

Ein Gedanke, den ich in den letzten Wochen und Monaten immer wieder hatte, hat sich während einer Tattoo-Session gestern (Details vielleicht irgendwann, oder vielleicht auch nicht), soweit  manifestiert, dass er “verblogbar” ist. Menschen denken gerne in schwarz-weiß. Entweder ist etwas gut, oder es ist böse. Dazwischen ist schwierig, kompliziert, anstrengend. Das sieht man natürlich besonders gut an politischen Debatten, die gerade jetzt (hallo Mister Trump) besonders hart geführt werden. Ebenso natürlich ist nichts daran neu. Gab es schon oft, vielleicht schon immer?! Doch meine Herangehensweise an das Thema “Schwarzweißdenken” kommt aus einer anderen Richtung. Ich lerne, bedingt durch den Umzug, noch immer sehr viele Menschen neu kennen, deren Rolle in meinem Leben völlig offen ist, sie sind neu und ich bin für sie neu. Sehr viel mehr als erwartet öffnen sich diese neuen Bekanntschaften mir bzw. uns, und manchmal kommt dann eben auch etwas zum Vorschein, mit dem man zumindest nicht gerechnet hat. Vielleicht war es überraschend, vielleicht positiv, manchmal auch “negativ”. Gleichzeitig hat natürlich auch meine Situation – Beziehungsende, “schnelle” neue Beziehung, gemeinsamer Umzug in die USA, Heirat – sicherlich auch bei Manchen zu erhobenen Augenbrauen geführt. Zumindest vermute ich das bei wenigen, entfernteren Bekannten. Familie und Freunde waren da wider Erwarten unfassbar offen und voll hinter mir und meiner Frau. Jedenfalls brachte mich beides nun in den letzten Wochen oder auch Monaten dazu, über meine eigene Sichtweise auf andere Menschen und ihre unerwarteten Eigenschaften, Meinungen, Gedanken, Gefühle und Lebensentwürfe nachzudenken. Ich denke, dass ich früher radikaler gedacht habe, absoluter und oft in schwarz-weiß. Person X hat Y getan, oder Z gedacht, deshalb mag ich sie nicht, oder finde sie doof, oder bin verschlossen, oder mache mich vielleicht doch auch mal lustig. Ich denke von mir, dass ich schon länger, über mehrere Jahre, ein eher gutmütiger, diplomatischer Mensch bin und zusammen mit meiner Empathie –  einmal Empath, immer Empath – oft Verständnis hatte für Menschen und ihre von mir unterschiedlichen Meinungen, Gedanken, Gefühle und Lebensentwürfe. Im Geheimen habe ich dann aber doch geurteilt, verurteilt, belustigt oder ignoriert. Ich denke, dass das falsch war und ed hat vor 3-4 Jahren in Deutschland angefangen, dass ich dieses Verhalten an mir so nicht mehr wollte und deshalb versucht habe zu ändern. Hoffentlich erfolgreich. Durch den Umzug und die Notwendigkeit, offen für Neues zu sein, hat sich das noch verstärkt. “Wer bin ich, dass ich mich über Person X stelle?!” ist da so ein zentraler Gedanke. Ein anderer ist, dass ich fast automatisch annehme, dass alles, was ich von einem Menschen erfahre, nur die Spitze des Eisbergs sein kann. Gleichzeitig musste ich kürzlich erkennen, dass es Verhaltensweisen gibt, die mich da dennoch an meine Grenze bringen. Zu Recht wie ich finde musste ich mich von einem Menschen distanzieren, denn alles muss man nun wirklich nicht tolerieren. Dennoch konnte ich es in der Situation und den darauf folgenden Tagen nicht dabei belassen. Ich konnte oder wollte nicht von einem großen Eisberg unter der Oberfläche des beschissenen Verhaltens ausgehen, sondern fällte mein Urteil. Mit der Distanzierung bin ich im[…]

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Valentinstag

Draußen fällt Schnee während ich zur Bahn laufe. Dieses mal falle ich auf meinen abgelatschten Docs sogar nicht hin. Ich könnte natürlich auch einfach mal eine neue Sole draufmachen lassen. Könnte. Ich finde die Welt draußen sehr schön und ich würde gerne mit einer Thermoskanne Tee auf dem Herrenberg sitzen, mit Nina, und der Welt beim aufwachen zusehen.Stattdessen fahre ich mit der Bahn in den Rachen dieser Welt, Moloch, werde dort ein paar Stunden lang ausgequetscht und werde dann wieder ausgekotzt.Ha, schon wieder ein negativer Post. Eine große Tasse Selbstmitleid bitte.Nein, jetzt mal ernsthaft. Es ist nicht nur schwarz. Ich lerne auch so ein paar wirklich interessante Dinge und wenn ich dann, so wie gestern, von 4 bis 10 lerne und mir dabei so auf eigene Faust ein paar Wissenknoten entwirren und Lücken schließen kann, dann fühlt sich das schon ziemlich gut an. =) Und manchmal muss ich mir einfach fast ein Lachen verkneifen, wenn ich meine Klassenkameraden so sehe. Okay, ganz schön überheblich von mir dann, aber hey, ich muss mir mein Leben auch irgendwie angenehmer gestalten. Und vielleicht kommt der eine oder andere ja auch mal darauf, dass es bescheuert ist, wie er sich so verhält. 😉 Aber bald, in ein paar Stunden ist Wochenende. Okay, lernen und so, aber: Wochenende. Und: Valentinstag. Nicht, dass ich diesen ganzen Valentinstagsrummel so richtig mitmache, nein nein.Für mich ist er irgendwo doch sehr wichtig. Das hat einfach damit zu tun, dass wir uns diese Woche vor 2 Jahren zum ersten Mal getroffen haben und sie mir gesagt hat, dass sie sich am Valentinstag ein Geschenk oder zumindest ein Treffen mit mir gewünscht hätte und sie hat nichts davon bekommen, und das fand ich dann fast toll, weil ich wusste, dass ich ihr etwas bedeute. Bald haben wir unser 2jähriges Jubiläum. Echt unglaublich. Manchmal kommt es mir eine Ewigkeit her vor, manchmal wie gestern.Ich bin sehr froh, dass ich Nina habe. =)Gestern habe ich im Übrigen als ich mit dem Lernen fertig war einen riesigen Teller Tomate-Mozzarella-Salat in der Küche stehen sehen und einen selbstgemachten Shrimps-Salat (lecker Wasabigeschmack!) und dann haben die Tomaten irgendwie sehr komisch geschmeckt und wir beiden konnten den Salat dann garnicht essen und das hat mir dann ganz arg doll leid getan. Das habe ich Nina auch auf den Rücken geschrieben, als wir zum Einschlafen Miss Marple gesehen haben. =)))

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Von irgendwann mal (ein Nachtrag)

Heute Morgen sind es -4 Grad und wie so oft diese Woche komme ich kaum aus dem Bett. Ich brauche morgens nicht länger als eine Viertelstunde im Bad, zumindest dann, wenn ich nur an die BA fahre. Dort gebe ich mir mit mir keine große Mühe. Auch wenn ich mich mit mir manchmal wohler fühlen würde, wenn ich wie früher in Tübingen rumlaufen würde. Mal sehen, vielleicht werde ich wieder etwas mehr so sein. Natürlich immer nur abgeschwächt an der Uni und daheim dann ohne Grenzen. Ich schreibe deshalb darüber, weil es mich heute malwieder so richtig ankotze. Auch meine Schlagfertigkeit hilft da nicht. Dumme Kommentare sitzen dann irgendwie doch. Wobei es nun auch wieder nicht so schlimm ist. Aber manchmal komme ich mir schon vor wie früher, dass ich mich irgendwo abgrenzen will von diesen ganzen…nunja.

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Sturmzeit

In Australien brennt die Welt, weil mal wieder jemand böswillig, unachsam, kopflos, menschlich bescheuert war. In Stuttgart dreht der Wind Schirme um, Regen macht Schuhe, Taschen und Gesichter nass und ich habe sinnvollloses (was für ein Neologismus, wow!) „Marketing“. Heute Morgen saß ich lernend am Esstisch, draußen stürmte es und ich hatte Kaffee und eine schlafende Nina bei mir in der Wohnung. Da möchte ich mich dran gewöhnen. =))))An lernen muss ich mich stattdessen gewöhnen. Stillstand bedeutet Untergang, 2 Gänge runterschalten wäre trotzdem toll.

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Fellsohlen

Ninas Mutter hat jedem von uns beiden Lammfelleinlagen geschenkt. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig nach Spießertum und Opamode, aber meine Füße sind unglaublich toll gewärmt. ^^ Und weich ist es auch. Okay, da wurde ein kleines Lamm von seinen Haaren befreit.. Das empfinde ich als okay. =) Leider weiß ich nicht, ob das Schaf glücklich aufgewachsen ist. Andererseits: gibt es so was wie „Massenschafhaltung“? (mir ist bewusst, dass es große Schafherden gibt (Neuseeland und so ^^), aber ich würde das glaube ich – falls ich hier Unrecht habe bitte Bescheid geben – nicht als „nicht artgerecht“ bezeichnen. =)

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Make my day! (Mittwoch)

Ich komme kaum aus dem Haus, ich bin müde, total abgespannt und down als ich aufwache.*mau* da nehme ich die Ankuschelversuche von Nina, die morgens noch leckerer zu riechen und noch weicher und wärmer als sonst zu sein scheint, natürlich gerne an. ^^ So eingelullt wie ich war, werde ich mindestens 15 Minuten zu spät an der BA sein. Naja, eigentlich möchte ich da heute sowieso nicht hin.Draussen ist es dann kalt, ich schaffe meinen Bus und am Bahnhof sehe ich einen Mann mit Baskenmütze, Brille mit runden Gläsern, Prototyp französischer Maler. Ich möchte ihm aus Sympathie ein Lächeln entgegenbringen, bis ich den TetraPak mit Wein sehe, an den er sich zu klammern scheint. Ich lächle ihn deshalb noch bewusster an und nicke ihm zu, er schaut mich etwas verdutzt an, naja, vll. erinnert er sich ja an mein Lächeln und ist dann etwas weniger traurig. Und wenn nicht, dann hab ich es wenigstens versucht. Es gibt Tage, an denen nimmt mich so was nicht sonderlich mit, aber heute hat mich das vorhin echt kurz fertiggemacht. Und dann macht es mich wieder wütend, so viele Menschen alleine zu sein scheinen mit ihrer Traurigkeit und ihren Problemen. Da hab ich es echt gut. =)

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Kindergartenkinder

Heute saß ich wieder neben N., dem unreifsten, unsympatischsten Kerl meines Kurses. Heute war es toll sich gegenseitig gelbe Postits auf den Rücken zu kleben. Besser gesagt den Nerds aus der ersten Reihe. Bei uns sitzen in der ersten Reihe nämlich die wirklichen Klischeenerds. „Seltsamerweise“ sind sie alle nett. Auch wenn ich den Einen sympathischer finde als den Anderen, sie sind nett. Naja, denen muss man jedenfalls Zettelchen hintendrauf kleben. Witzigerweise hatte Zettelkleber N. selbst einen Zettel auf dem Rücken. Von mir angesprochen, wieso er das macht meinte N. „man müsse sich ja ablenken, wo es so langweilig sei“ und „das sei doch lustig“. Als ich ihn auf seinen Zettel auf seinem Rücken hinwies wurde er vorlaut und meinte „sei doch keeen Spießa“ (er ist aus Cottbus und hat einen relativ starken lokalen Akzent). Ich meinte, dass er mich für nen Spießer halten darf, wenn er möchte, aber dass ich ihn nicht nur kindisch finde, sondern sozial unterentwickelt. Worauf er nur undeutlich laberte.Ich habe das Spiel nicht weiter mitgespielt. Allerdings werde ich ggf. mal laut verraten, dass er auf sein Notebook gelbe Notizzettel mit der Aufschrift „Excelsheet für: – Herr „X.“ – „Mutti““ geklebt hat. Man weiß ja nie, ich glaube dem sollte man mal kräftig gegen das Scheinbein treten 😉Ich lästere hier übrigens ziemlich kindisch drüber ab. Ist im Prinzip NICHT okay, aber ich möchte schon mal deutlich machen womit ich es jeden Tag zu tun habe.Um mal etwas über mich zu lästern: ich schaue dauernd unfreundlich. Nicht gut. Und dann wieder beschweren, dass mich keiner mag…tss… Aber: jetzt ist erst mal Wochenende! ^^

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BA – Die Hölle auf Erden (oder so ähnlich)

Die letzte Woche war echt die Hölle, zumindest BA-mäßig. Wir hatten 3 Tage einen Kompaktkurs in „web engeneering“. 1,5 Tage lang Html & CSS (was nicht so das Problem war), dann einen halben Tag JavaScript lernen und dann eine Nacht und 8 Stunden lang Zeit ein Projekt abzugeben. *uff*Ich war zusammen mit unserem Schwiegermutterlieblingsmetaller im Team. Da hätte es mich auch härter treffen können. 😉Naja, irgendwie läuft es drauf raus, dass er etwas mehr macht als ich. Eigentlich kein Problem, nur habe ich mein dickes Fell irgendwann vor 2-3 Jahren auf dem Schwarzmarkt verkauft und deshalb fühlt sich so was dann an wie eine Mischung aus Ameisensäure und alkoholhaltigem Rasierwasser auf nakter Haut – nicht wirklich schlimm, aber ganz schön fies.Naja, jedenfalls musst selbst die 2-3 „checker“.Gruppen viel länger bleiben als gedacht, auch wenn die sich vll. Etwas weniger stressen mussten als das Gros von uns anderen. Und: nein, ich werde nicht an der html dieser Seite rumbasteln. Hab ich denn zu viel Zeit?

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