Benny vs. diese Realität

Gestern hatte ich wieder mal einen dieser “Oh mein Gott diese Welt ist 1. Krank 2. bedarf einiger Änderungen 3. ist kein Platz für Kinder und 4. kein Platz für mich”-Momente. Es wir kurz vor halb 3, ich stand in Ludwigsburg auf dem Busbahnhof, es war zu kalt, es nieselte und ich hatte nur meinen Kapuzenpulli an. *brrr* Ich stehe an der Bushaltestelle, an der der Bus ins Breuningerland fährt. Plötzlich: Maschinengewehrrattern. In einem Durchgang zwischen 2 Geschäfthäusern steht er. Er ist, vielleicht 3 Jahre alt, trägt einen Jogginganzug – Mensch, das muss doch kalt sein – und eine Maschinenpistole. Sie ist schwarz, vielleicht einen halben Meter lang und aus Plastik. Wenn man den Abzug betätigt, rattert die kleine Plastik-MG los, wahrscheinlich nicht annähernd so laut wie das Original, aber doch so laut, dass sich Passanten in 50 Metern Entfernung umdrehen. Leider schütteln nicht alle den Kopf. Der vordere Teil des Laufs bewegt sich mit jedem “Rattern” schnell vor und zurück, ich schätze mal um den “Rückstoß” zu simulieren. Der Junge zielt mit dem Zielfernrohr auf Passanten. Ratterratter. Offenbar ist irgendwas kaputt, der Vater hört kurz auf zu Telefonieren, fummelt an dem Plastikgewehr herum und schon rattert es wieder. Menschen drehen sich um, schütteln Köpfe, irgendjemand sagt etwas wie “Sie sollten sich schämen, ihrem Sohn ein Gewehr zu kaufen”. Ich sage “ich auch”. Bilder von Kindersoldaten, Kriege (in Afrika und sonstwo), graue Wolken, Wut.

Ich bin für diese Welt nicht gemacht und ich habe wirklich wieder das schlechte Gewissen, dass ich NICHTS dazu beitrage, diese Welt zu ändern, außer vielleicht etwas mehr als manch andere Menschen nachzudenken und etwas mehr Bioprodukte zu kaufen. Ziemlich beschissen finde ich.

Ansonsten geht es mir gut, das Breuniland ist voller konsumierend-ignorierend-genervter Menschen, ich freue mich nur noch 2 Mal dort arbeiten zu müssen und ansonsten ist das Wochenende sehr sehr entspannt und schön.

Sonntage sind aber trotzdem immer wieder seltsam. ^^

2 thoughts on “Benny vs. diese Realität

  1. Dein Leben Benny, wo bleibt dein Leben… mitten in der Realität verschiebst Du es immer auf morgen und langsam gehen mir die Kugelschreiber aus um Dich natürlich nicht in Deinen zarten, warmen, gut durtenden mit einem perfekten Teint gekrönten… öchhööm Bauch zu pieksen.

    Päng!

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