I’m not mad.

Ich bin euch nicht böse (okay, ein bisschen weil ihr es besser wissen könntet), wenn ihr die Reaktionen bzgl. COVID-19 für übertrieben haltet. Sicher gibt es ein Element der Panik, von dem mensch sich nicht anstecken lassen muss. Dennoch, die Vorgaben Schulen zu schließen, usw. basieren auf Daten (data-driven decision making, yo!), sind rational und wichtig. Ich habe am 30. Januar mit einem Freund ein Bier getrunken, dessen Familie in Wuhan lebt. Er hat mir von den Erlebnissen seiner Eltern, Onkel und Tanten berichtet als die Stadt abgeriegelt wurde. Ich muss zugeben, dass ich nicht begriffen habe was er mir erzählt hat. Ich habe ihm zugehört und mich gefragt warum seine Stimme zittert. Jetzt fällt ein Urlaub auf den ich mich seit Monaten freue ins Wasser, wir haben Karten für 5-6 Events, die nicht stattfinden,… das tut weh, aber es ist okay. Ein Bekannter von mir in Deutschland wurde positiv getestet (er ist soweit okay), aber ich habe Krebskranke, Diabetiker, HIV-Positive Menschen in meinem Freundeskreis, und meine Schwiegermutter hat gerade ihre Chemo gut hinter sich. COVID-19 ist “close to home” wie man auf Englisch sagt und damit meint, dass es persönlich und emotional wird. Ich verstehe jetzt wieso die Stimme meines Freundes zitterte, und helfe anderen soweit ich es kann. Was ich sagen will: die gedankliche Verarbeitung des Geschehens um COVID-19 ist ein Prozess der dauert, der sich verändert. Ich gestehe jeder_em zu, dass ihr noch braucht um zu begreifen, dass soziale Abschottung notwendig ist. Ich wünschte es wäre nicht so. Ich wünschte, es wäre leichter zu begreifen, leichter begreifbar zu machen, was passiert bevor in meinem Freundes- und Bekanntenkreis jemand einen schweren Krankheitsverlauf hat… aber so sind Menschen eben. seufz Helft euch gegenseitig, arbeitet von daheim wenn ihr könnt, helft Nachbarn mit Kindern, lasst euch Essen liefern, geht in Restaurants und nehmt das Essen mit heim statt vor Ort zu essen, fragt Bars oder Clubs ob ihr 5€ per Paypal schicken und einen virtuellen Drink bestellen könnt, gebt mehr Trinkgeld wenn ihr könnt, nutzt Videochats,… Ich wünsche euch Gesundheit, Ruhe, und ein Umfeld, dass euch unterstützt. Mit zittrigen Fingern, Euer Ben/Benny/Benjamin

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