Pro LGBTQ*

Den folgenden Text haben Cori und ich schon in unserem Seattle-Blog veröffentlicht, ich dachte aber, dass ich das alles doch zu wichtig finde, um es nicht auch hier zu posten. Die ganze Sache mit Orlando ging und geht mir schwer unter die Haut. ?   Am 12. Juni 2016 starben in einem Nachtclub in Orlando, Florida 49 Menschen durch die Hand eines mit Hass erfüllten Mannes. Er kam schwer bewaffnet, bahnte sich einen Weg in den Club und ermordete, verletzte und traumatisierte die dort feiernden Menschen. Es war nicht nur ein Nachtclub. Es war ein Club für Menschen aus der LGBTQ* Community. Ein Ort, an dem Menschen aller Orientierung nicht nur feiern gehen können, sondern sich SICHER fühlen können. Der Club in Orlando war vielleicht so etwas wie eine “Heimat” für alle, die sich an anderen Orten sonst verstellen und verstecken müssen. Wir halten dieses schreckliche Ereignis nun auch in unserem Blog fest. Nicht, weil es noch mehr Worte bedarf, sondern weil wir finden, dass es dazu gehört. Weil es zu uns gehört. Zu unseren Freunden, unseren Familien, unserer Welt. Wir schreiben in unserem Blog oft von den schönen Dingen, die wir hier erleben. Schmerzhaftes gehört aber eben auch dazu. Wieso das so wichtig ist, zeigt das Zitat einer ehemaligen Kommilitonin von Benny aus Tübingen auf Facebook: “Weil ich nicht einfach so mit meiner Freundin in der Öffentlichkeit Händchen halten kann.” Das sollte so einfach nicht sein. Die “Goth”-Szene hat eine relativ große Überschneidung mit der LQBTQ-Szene.  Wir beide sind regelmäßig auf der CSD-Demo in Stuttgart mitgelaufen, wir waren erst letzte Woche zu Corinnas Geburtstag auf ein Bier in einer von Seattles ältesten Gasbars, in Grufticlubs tummeln sich Menschen aller Art usw. Wir sind also auch Teil dieser Welt. Wir kennen und lieben Menschen, die sich selbst und ihre Liebsten in Gefahr begeben, einfach weil sie so sind wie sie sind. Wir schlafen beide seit Sonntag schlecht und wir haben Freunde, die seit dem Vorfall in Orlando kein Auge zugedrückt haben und einfach nur irgendwie funktionieren. Wir haben sowohl in Deutschland als auch hier in Amerika Freunde und Herzmenschen, die zu dieser Gruppe gehören und wir fühlen mit Euch! Die Nachrichten sind furchtbar und erschütternd. Facebook, Twitter, die Zeitungen sind voll mit Nachrichten und Bildern dieses schrecklichen Ereignisses. Angehörige suchen ihre Kinder/ Freunde/ Partner/ …, man sucht nach einer Begründung für das Morden, die Waffenregulierung in den USA kommt wieder ins Gespräch, religiöse Themen werden aufgerollt, usw. und was am Ende bleibt ist der Schmerz. Und die Liebe. In Seattle haben sich am Sonntag Abend tausende Menschen in einem Park versammelt, um ihre Unterstützung und Anteilnahme zu zeigen, die Space Needle hat die Regenbogenflagge auf Halbmast gehisst und Freunde haben sich getroffen um sich in den Arm zu nehmen. Über die ganze Welt haben Menschen sich unterstützend und voller Anteilnahme zu Wort gemeldet, haben Fotos ins Netz gestellt und ihre Hilfe angeboten. In Orlando haben sich so viele freiwillige Blutspender gefunden, dass die Leute in endlos langen Schlangen vor den Blutspendezentralen warten[…]