Abgründe mit Neil.

Zu Weihnachten bekam ich letztes Jahr etwas, das ich mir schon sehr lange gewünscht habe. Neil Gaiman ist mein Lieblingsautor und ich wollte schon immer mal gerne auf eine seiner Lesungen, die gefühlt nie stattfinden, gehen. Letzten Sonntag war der Mann der wundervollen Bücher in Seattle, und Corinna schenkte mir dafür letztes Jahr zu Weihnachten Karten. Es war ein wundervoller Abend, voller Lachen, Romantik, zu schnell getrunkenem Bier (weil man das Bier nicht in die Oper nehmen durfte, was nicht nur mich sichtlich genervt hat) und Abgründe. Diese waren nicht nur literarischer Natur. Unsere Tickets waren im 3. Rang, sehr sehr sehr weit oben, in der ersten Reihe, man konnte wundervoll sehen und hören. Allerdings ging der Weg zu unseren Plätzen direkt an der sehr, sehr niedrigen Brüstung entlang. Auf der einen Seite, Menschen, die aufstehen mussten, damit man sich vorbeidrücken konnte, auf der anderen Seite, direkt in meinen Kniekehlen, eine ca 70cm hohe “Brüstung”. Ich sah mich mehr als einmal runterfallen. Ich hätte das nicht mal in Deutschland so erwartet, im ach so sicheren Amerika schon zweimal nicht. Ich wollte gar nicht mehr aufstehen. Nicht mal Cori, die sonst alles, was hoch und luftig ist liebt, war das geheuer. Brrrr. Dennoch, ein wirklich wundervoller Abend, und als kleiner Teaser für alle, die nicht zu Neil Gaiman auf eine Lesung gehen können, hier mal eine der Geschichten, die er vorgelesen hat. “October” aus “A Calendar of Tales”. Das ganze gibt es ganz legal und offiziell zum Runterladen. Die Inspiration für die Geschichte ist folgende (wusste ich nicht, ist ganz wundervoll): Neil Gaiman fragte auf Twitter: “Welche mythische Figur würdet ihr gerne im Oktober treffen? (Und wieso?)” @elainelowe antwortete: “Einen Djon. Nicht, um einen Wunsch erfüllt zu bekommen, sondern um den besten Ratschlag zu bekommen, wie man mit dem, was man hat, glücklich wird.” “That feels good,” I said, and I stretched my neck to get out the last of the cramp. It didn’t just feel good, it felt great, actually. I’d been squashed up inside that lamp for so long. You start to think that nobody’s ever going to rub it again. “You’re a genie,” said the young lady with the polishing-cloth in her hand. “I am. You’re a smart girl, toots. What gave me away?” “The appearing in a puff of smoke,” she said. “And you look like a genie. You’ve got the turban and the pointy shoes. I folded my arms and blinked. Now I was wearing blue jeans, grey sneakers, and a faded grey sweater: the male uniform of this time and this place. I raised a hand to my forehead, and I bowed deeply. “I am the genie of the lamp,” I told her. “Rejoice, O fortunate one. I have it in my power to grant you three wishes. And don’t try the ‘I wish for more wishes’ thing – I won’t play and you’ll lose a wish. Right. Go for it.” I folded my arms again. “No,” she said. “I mean thanks and all that,[…]

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Wired, Heise und so.

Ich lese ja gerade Mädchenmannschaftsbuch. So. Nina ist ja schon lang neofeministisch (keine Ahnung ob es diese Terminologie gibt, ich jedenfalls finde ihn passend) interessiert und erzählt mir immer wieder von so Zeugs und Themen und wir diskutieren ja da auch regelmäßig drüber. Zum Beispiel darüber, dass ich ja für Heise Developer einen Veranstaltungsbericht geschrieben hatte. Darüber schreibe ich diese Woche nochmals extra. Jedenfalls hatte ich in einem Satz als Kritik erwähnt, dass es wünschenswert wäre, wenn bei den Google Developer Days auch gezielter Frauen gefördert und eingeladen werden würden. Dieser Satz wurde entfernt. Den Rest denkt euch lieber… In diesem Kontext schockiert mich das sonst so gute Wired Magazine (es ist so mehr oder weniger DAS Tech-Magazin aus den USA). Gefunden habe ich das bei Techland HIER. Auf der Wired-Seite schaut das SO aus. Ich heule gleich mal einen Wok voll, mit Kotze. Der kritische Blogpost einer amerikanischen Assistent-Professorin an einer amerikanischen Universität KLICK.

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Clavilux 2000 von Jonas Heuer

Ich bin über Davids Twitter bei seinem Bruder Jonas gelandet und habe sein Projekt “Clavilux 2000” entdeckt. Schaut euch einfach mal das Video an und lest HIER mehr drüber. Ich finde das Ding mal sowas von cool!   Clavilux 2000 – Interactive instrument for generative music visualization from Jonas Heuer on Vimeo.

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Benny, du Faultier!

Ich verschlafe und deshalb können Nina und ich nur eine knappe halbe Stunde zusammen Kaffee trinken, bevor ich an die DH (da die BA jetzt Duale Hochschule heißt darf ich nicht mehr BA sagen ;-))fahre. Das ist ziemlich doof, weil wir uns beide sehr auf ein gemütliches Frühstück gefreut haben. Da hab ich einiges gut zu machen *find*. Mir passiert das nämlich nicht zum ersten Mal. -.- Nachdem ich eilig noch Überweisungsformulare (ja, wir machen neben Onlinebanking auch noch das altmodische Bankgedöhnse) geholt, vor Ort ausgefüllt und dann auch abgegeben habe hetze ich zur Bahn (verflucht sei die Omma am Informationsschalter und die langsame Bankangestellte *grml*). In der Bahn angekommen fühle ich mich schon so verschwitzt, dass ich am liebsten meine Hosentaschenduschvorrichtung (klingt das jetzt anrüchig? So war es aber nicht gemeint….) rausholen und mich spontan unter die Dusche stellen möchte. ^^ Dabei ist es bewölkt, merklich kühler als gestern und trotzdem schwül…also neeeee! Ich ziehe meinen warmen Kaputzenpulli aus als mich plötzlich jemand anspricht. Es ist ein früherer Uni-Stammgast, der auch in Herrenberg wohnt und irgendwie hab ich mit meinem alten Handy auch seine Handynummer zerstört und ihn irgendwie nie so richtig gesehen. Er fragt ob er sich zu mir setzen darf und sagt, dass er mich so oft in Herrenberg sieht, ob ich hier jetzt wohne und dass er sich die letzten 4 Mal nicht getraut hat mich anzusprechen und dass er sich endlich getraut hat. Mensch, ich muss schon echt unfreundlich aussehen, wenn mich schon jemand, der schonmal mit mir ein paar Worte gewechselt hat, Bedenken hat mich anzusprechen. Benny, du Faultier, sei freundlich! Jedenfalls reden wir dann wirklich nett miteinander. Darüber, wo wir wohnen, darüber, dass er jetzt doch in Herrenberg heimisch geworden ist, darüber, dass er auch kaum Kontakte hat, darüber, dass wir mal zusammen was machen sollten. Nur kurz über mein Studium (zum Glück). Über viele EBM-Bands, die irgendwie rechts sind oder sich zumindest nicht offen zu irgendwas bekennen, über das neue Uni (er meinte, dort seien viele Rechte), über das, was man so am Wochenende machen kann und über seine Arbeit. Er ist Erzieher in der offenen Jugendarbeit in Böblingen. Beim Thema Rechtsradikale erzählt er, dass er seit einem halben Jahr auch mit dem Thema zu tun hat, weil es seit neuestem in Böblingen und Sindelfingen 2 Kameradischaften gibt, die sich gezielt um Jugendliche "kümmern". Sie zum Grillen einladen, ihnen dort ein Zuhause geben, Handynummern für Notfälle (sei es Stress mit anderen Jugendlichen, sei es Ärger mit Eltern,…) mitgeben und die "Probleme" werden dann gelöst, usw.. Dadurch rutschen viele dann in die rechte Szene ab. Unter den Moslems passiert dann wohl auch das gleiche, dass nennt sich dann "graue Wölfe". Nina hatte mit denen an ihrer alten Schule auch so ihre Erfahrungen…. Davon bekomme ich eine Gänsehaut, ich lächle Waldemar an, wir freuen uns ganz offensichtlich beide, dass wir uns nett unterhalten haben und als er in Böblingen aussteigt sagt meine innere Stimme wieder "Benny, du Faultier". Dieses mal hängen die Sätze "ruf[…]

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Bahnfahrt bei Nacht

Ich sitze in einer nur wenig bevölkerten S-Bahn. Keine Chaoten, alles ist friedlich und ich fühle mich wohl. Das tue ich in der Bahn zwar immer mal, aber weniger morgens, wenn alles eng, müde und voll ist, und nachts eher weniger, zu viel stressige, aggressive Menschen habe ich schon in S-Bahnen bei Nacht erlebt. Doch, wie gesagt, alles fein. Menschen lesen Zeitung, hören Musik, sitzen mit geschlossenen Augen in der Bahn, müde, entspannt, ungeduldig endlich in ihr Zuhause zu kommen. Irgendwo dazwischen sitze ich, mein Arbeitslaptop auf dem Schoß und tippe Blogeinträge. Die Bahnfahrmusik blogge ich gleich noch extra =) Die S-Bahn summt so vor sich hin, das Tastaturgeräusch das Laptops ist sehr laut und ich frage mich, ob das nicht jemanden hier nervt. Kurzer Test ohne Musik auf den Ohren… Ich bin froh in mein Zuhause zu fahren, wo ich mich noch mit Nina einrollen werde, ich habe uns Uludag mitgebracht und Alina hat mir noch was zu Essen für Nina mitgebracht und bevor ich schlafe werde ich noch mit Nina zusammen sein und reden und lachen und mich freuen und alles. =) Ich freue mich jetzt schon auf das Gefühl, wenn ich die Wohnungstüre aufschließe und ich mich überraschen lasse wo sie denn in unserer Wohnung gerade sitzt/steht/wasauchimmer und ob sie sich wohl im Bad für mich irgendwie gerichtet hat, oder ob sie es sich schon irgendwo gemütlich gemacht hat. Wie sie wohl aussehen wird? Mal sehen wie sie heute riecht. Nina riecht nämlich immer so lecker und immer ein bisschen anders als das mal davor. *yummie* Gute Nacht Netzwelt. Benny PS: Meine Tastentipperei ist laut zu hören, obwohl ich mich nicht zu der "ich zerhämmere meine Tastatur"-Fraktion zähle und ich schreibe mittlerweile sogar mit mehr als 3 Fingern. Aber mehr als 5 sind es definitiv auch wieder nicht. ^^ Doch, 5 sind es schon. PPS: Ich bin in Böblingen, bald bin ich daheim.

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